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Unser Hugo

In diesem Artikel möchte ich meinen Ausbau beschreiben und Euch Hinweise geben, wo wir über das Ziel hinausgeschossen sind oder bei welchen Punkten wir mit der Zeit nachjustiert haben oder noch werden.

Kurz gesagt: Ich möchte Euch erklären, wie die Zusammenstellung der Komponenten entstanden ist.

Auf einer Klettertour in Frankreich sind wir ganz ungeplant auf eine Offroad-Messe gestoßen und haben uns dort Hals-über-Kopf in einen Offroad-LKW verliebt. Nach vielen Zweifeln an diesem doch etwas unvernünftigen Projekt haben wir dann ein halbes Jahr später bei der Firma Excap einen Steyr 12M18 Bj 1987 bestellt. Er hat dann eine Leerkabine mit Zwischenrahmen von Krug Expedition bekommen, die wir selber ausgebaut haben.

Seit über 5 Jahren sind wir nun mit unserem Hugo unterwegs, aber so ein Ausbauprojekt ist nie wirklich fertig.......

Das Ausbaumaterial:

Wir haben beim Möbelbau den Gewichtsaspekt unterschätzt. Auch ein 11,5t LKW kommt je nach Ausbau und Anbauteilen an seine Grenzen. Nachdem ich mit Multiplexplatten ausgebaut habe und sehr viel Mühe darein investiert habe möglichst viel des Materials wieder wegzusägen, bin ich auf die Bosch-Profile gestoßen, die ich nun im Fahrradträger, dem Stauraum usw. verwendet habe.

Beim Umbau unserer Batterien auf den Batterie-BRICK haben wir den mit Holz abgedeckten Raum zwischen den Batterien geöffnet und ein paar feuchte Stellen entdeckt - wahrscheinlich Schwitzwasser, welches sich in dieser Ecke gehalten hat. Dies war wieder eine Bestätigung in Zukunft auf komplett offene Unterkonstruktionen und auf absolut feuchtigkeitsunempfindliches Materiel zu setzen: Aluminium-Profile und Aluminium-Verbund-Platten.

Die verbauten Komponenten

Kühlbox

Waeco 85L Kompressorkühlbox mit 2 Kühlfächern, die unabhängig voneinander bis -20° regelbar sind. Die Kühlbox ist unser Haupt-Stromverbraucher, aber das Eis am Strand ist einfach wichtig.

Die Kühlbox am Schwerlastenauszug hat sich wirklich bewährt.

Elektrik

Eine gute Entscheidung war, die Spannung im Aufbau der Spannung im Fahrzeug anzupassen. In unserem Fall 24V. Nicht alle Komponenten sind jedoch für den 24V-Betrieb erhältlich oder sind erheblich teurer. Daher haben wir einen 24V-12V-Wandler installiert, der auch die Nutzung dieser Komponenten möglich macht (Klassisches Beispiel ist die Truma-Heizung).

Auch im 24V Elektro-Brick ist daher ein entsprechender Wandler inklusive.

Das komplette System ist mit Victron-Komponenten umgesetzt. Diese haben auch im Sommer in Maroccos Süden bei 45° im Schatten tadellos funktioniert.

Als Batterielader und Wechselrichter haben wir den Multiplus 24/1600/40 verbaut - also 1600W Dauerleistung. Das ist definitiv zu großzügig dimensioniert. Es ist zwar schick, auch mal eine Bohrmaschine einfach am Womo anstecken zu können aber tatsächlich ist das 230V Netz wichtig um Computer, Ladegeräte für Camera-Akkus, ein Radio, usw. zu betreiben. hier wird man mit deutlich weniger Leistung auch glücklich.

Batterien

Wir hatten 6 Jahre lang 4 AGM Batterien a 75Ah im Aufbau. Diese haben ausgereicht um 4-5 Tage ohne zu Laden stehen zu können (z.B. im Winter mit Schnee auf den Solarzellen). Danach waren von den 300Ah 40-45% verbraucht. Insgesamt waren wir mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis der AGM-Batterien voll zufrieden. WIr haben leider eine komplette Tiefenentladung gehabt, welche zusammen mit dem Alter die Batterien so geschwächt hat, dass wir nun gewechselt haben.

Jetzt haben wie den BATTERIE-BRICK mit 2 x 230Ah Victron Super Cycle-Batterien eingebaut. Die Super-Cycle-Batterie sollen bis zu 300 Tiefenentladungen aushalten - in 6 Jahren können wir sagen, ob Sie halten was sie versprechen. Außerdem haben wir bei fast gleichem Gewicht wir vorher unsere Akku-Kapazität um 50% gesteigert. Die Optimus Yellow-Top mit 75Ah haben 27kg / Stück gewogen. Die Victron schafft bei 62kg / Batterie 230Ah.

Solaranlage

Momentan sind 200W Solar auf dem Dach installiert. Das reicht nicht um unseren Wohnbetrieb komplett zu betreiben. Die Energiebilanz ist negativ, so dass wir mit unserer Akku-Kappazität je nach Wetterlage 3 Tage bis 1 Woche autark stehen können ohne zu fahren.

Ich werde die Solaranlage auf 400W erweitern.

Wasser

Wir haben knapp 450L Frischwasser an Bord. Das ist schön, wenn man lange unterwegs ist und mit 4 Personen auch duschen möchte. 200-300L hätten es aber auch getan, dann muss man bei 4 Wochen Urlaub mal nachtanken.

Die Tanks sitzen in der Sitzbank an den unzugänglichen Stellen - auf dem Foto z.B. die Ecke.

Gas und Heizung

Wir sind Verfechter der Gasanlage. Die Heizung ist unproblematisch, das Kochen einfach und der Außenanschluss für den Gasgrill ist auch ein großer Luxus.

Dafür haben wir einen 50L Gastank verbaut - das entspricht ca. 2 11kg Gasflaschen. Befüllen kann man ihn an jeder Autogas-Tankstelle.

Unsere Heizung ist die Truma-Combi mit 4kW. Absolut ausreichend für unseren Koffer. Der 10L Wasserboiler reicht, damit 2 Personen "ausführlich" duschen können oder halt 4 Personen, die sich etwas beeilen. So ausführlich fällt das Duschen im Camper ja normalerweise nicht aus.

Toilette und Dusche

Wir haben mittlerweile die Kassettentoilette wieder ausgebaut und auf eine Trenntoilette gewechselt. Eine Super Entscheidung.

Zum Duschen habe ich Deckanschlüsse aus dem Bootsbau eingebaut, bei denen man den Duschschlauch einstecken kann. Es gibt einen im Bad und einen Zweiten in der Stauraumklappe als Außendusche.

Fahrradträger

Wie setzt man einen absenkbaren Fahrradträger bei einem LKW mit 3,7m hoher Wohnkabine um, ohne ein Schienensystem zu verwenden, welches empfindlich auf Sand, Staub, etc. reagiert?

Die Lösung: einfach klappen

In der Mitte ist Platz für zwei weitere Räder, eine Staubox oder ein Ersatzrad. Die Konstruktion sollte mit max. 150kg gleichmäßig beladen werden.

Druckluft

Zwichen Wohnkabine und Fahrerhaus hat der KOMPRESSOR-BRICK seinen Platz gefunden. Er enthält einen ARB Doppelkompressor, 4L Druckkessel, hat eine Druckluftkupplung um z.B. Reifen befüllen zu können oder auch Druckluftwerkzeug betreiben zu können.

Der Druckregler auf der rechten Seite mindert den Druck des Kompressors ab, so dass er an unser Druckluft-Bremssystem angeschlossen werden kann. So können wir die Kessel eletrisch füllen und müssen nicht die Nachbarn vollqualmen, bis die Bremse gelöst werden kann.

Ich werde berichten, wie sich diese Kombi bewährt.